Donnerstag, 26. März 2009

Gelaaaaada!

Olá os amigos! Es gibt hier ungefähr 3 Biersorten, die man überall findet. Antarctica, Skol und Brahma. Sind alle recht süffig, würzig, mehr wie die Trendbiere in Deutschland. Ni so herb und so eben. Die Flaschen sind größer. Da passen doch schon 600 ml rein. Würden wir unser kühlschrankgekühltes Bier einem Brasilianer geben, würde er sicherlich mit den Worten "uhhhh, muito quente demais" zurückschrecken, was so viel bedeutet wie: "Ähhhh, viel zu warm!". Denn das Bier wird hier direkt aus dem Froster serviert. Damit auch keiner bescheißt, klebt zumindest auf einer Sorte ein kleines Label, welches nur sichtbar wird, wenn es kalt genug ist. Damit das Bier auch nicht zu warm wird, verteilt man es brüderlich in Gläser. Solidariedade! Und in Dresden scnhneit's... Verrückt!



Muss ja zugeben, dass ich den Text ni komplett verstehe, das Ende jedoch, für alle die es interessiert..

Oma: Tem namorado? (Haben sie Sandbarsche?)
Hübsche Dame: Nao, namorado, nao. (Nein, leider nicht!)...

Der Witz dabei: Hier!

Dienstag, 17. März 2009

Na cidade

Aufgrund mehrerer Beschwerden hab ich mal das Foto getauscht ;)...


Olá os amigos! Nun sind anderthalb Wochen um und ich lebe immer noch. Habe mich nun mittlerweile etwas eingelebt. Die Tage vergehen relativ flott. Aufstehen, bisschen was machen, dann gibt es schon Mittagessen. Reis mit Bohnen bilden hier das Grundnahrungsmittel. Dazu gibts Fleisch und Gemüse. Ist immer sehr lecker gewürzt. Nach dem Mittag ist erstmal etwas Ruhe angesagt, weil es oft einfach zu warm ist, um aktiv zu werden. Nachmittags wird dann wieder gearbeitet und abends dann der Tagesausklang. Natürlich scheint nicht immer die Sonne. Hier mal ein Foto von unserem kleinen Aufenthaltshof.



Wenn man aus dem Haus kommt, hat man zwei Möglichkeiten. Zentrum oder Uni. Das Zentrum ist relativ klein, grün und klein. Man findet allerlei kleine Läden, wo es Essen, Klamotten und sonstwas gibt. Ein leckeres Getränk ist mir unter die Finger gekommen. Açaí heißt es. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben. Man bestellt einfach die Größe und eine Beilage und schon hat man ein hirnfröstelndes Erfrischungsgetränk.






Heut waren wir wieder einmal mit dem Fahrrad unterwegs. Eine Runde um Itajubá. Da wir aber relativ spät losgefahren sind, weil es dann ni mehr so heiß ist, wurde es auch bald dunkel und die Fotos sind alle verschwommen. Der Daumen gehört hier einfach dazu. Man kann ihn eigentlich den ganzen Tag oben lassen. Begrüßung, Verabschiedung, Danksagung. Alles wird mit dem Daumen und einem netten tudo bem geregelt.



Mein Portugiesisch macht Fortschritte. Man hört sich langsam rein. Aber die Umgangssprache der Leutchen hier ist nochmal was anderes, als das Portugiesisch, welches man im Sprachkurs und in Büchern hört. Soweit so gut, alles bestens zurzeit. Zum Schluss noch ein Panorama ganz aus der Nähe unserer Wohnung.

Montag, 9. März 2009

Moro na Junta Tribo.

Ich wohne in der "Vereinigung der Stämme". Heißt so, weil sich vor geraumer Zeit zwei Repúblicas (günstige Wohngemeinschaft) zu einer zusammengeschlossen haben. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, obwohl doch erst drei Tage rum sind. Am besten mit einem schönen Bild...



Unsere República ist ein Haus, in dem 6 Leute leben. Samuel, Ivo, André, Filipe, Bixu und ich. André ist hier umgangssprachlich mein chará. Die Jungs kommen alle aus Brasilien, doch keiner aus Itajubá. Die Bleibe ist sehr einfach aber schön. Man merkt, dass mehr Wert auf das Miteinander gelegt wird, denn im Gegensatz zu drei großen Aufenthaltsräumen ist mein Zimmer etwa 8qm groß. Die Aktivitäten beschränken sich daher auf Schlafen und Arbeiten...



Um die Sauberkeit und sogar um ein warmes Mittagessen kümmert sich bei uns eine nette Dame, Bete heißt sie. Das leistet man sich hier. Finde ich lustig. Muss man sich auch erst einmal daran gewöhnen. Ansonsten bin ich hier, wie wahrscheinlich jeder Deutsche, einfach o Alemao.

Heute war ich nun das erste Mal einkaufen. Viele schöne Sachen gibt es hier und man fragt sich desöfteren, ob die Waren in Euro ausgepreist sind oder in Reais. Denn viele Rohstoffe sind hier wirklich sehr günstig. Schokolade ist da schon wieder eine Ausnahme. Sowas zählt hier wahrscheinlich zum Gut der Reichen.



Gestern bin ich mit Samuel und den Fahrrädern eine Runde auf einen umliegenden Hügel gefahren. Dafür ging es ersteinmal durch die Stadt. Klein aber fein. Ich kann wie immer nicht erklären, wieso aber irgendwie ist alles etwas hübscher als in Deutschland. Einfach mehr aus sich heraus gewachsen und nicht so hingeklatscht. Ist vielleicht Ansichtssache. Vorbei an Kühen und einem Tukan hatte man von oben eine sehr schöne Aussicht auf die Stadt.



Samstag, 7. März 2009

Estou no Brasil!

Voilá, es ist vollbracht. Ich befinde mich nun 12.000km entfernt von deutschsprechenden Menschen. Einmal über den großen Teich geflogen. In Fränkfurt verlief alles bestens. Für diesen riesigen Flughafen war es erstaunlicherweise sehr ruhig.






Dann saß ich auch schon im Flugzeug. Und was sollte es auch anderes, als regnen. Augen zu, Augen auf. Und wie auf dem zweiten Foto zu erkennen ist, sah es dann auch schon ganz anders aus. Man sollte vielleicht dazu erwähnen, dass das Augenzwinkern etwa 13 Stunden dauerte. Zur Unterhaltung dienten selten aber konsequent eingesetzte Warnungen, seinen Gurt doch vorsichtshalber anzulegen, da es hier und dort ein Luftloch gab (die Turbulenzen waren aber halb so schlimm), erste Portugiesischerfahrungen mit den Stewardessen (Pasta, frango, bife?), ein weltreisender Schwabe, bei dem es stellenweise fast noch schwerer fiel, ihn zu verstehen und zu guter letzt der Bildschirm, der einem vor der Nase klebt. Bei den Filmen konnte man aus verschiedenen Kategorien wählen. Scheinbar ist Leonardo di Caprio bei der TAM Airline sehr beliebt, ihm wurde eine extra Sparte gewidmet.



Nach weiterem Entdecken der Möglichkeiten bin ich auf so eine Art GPS gestoßen, welches mir just mitteilte,dass wir uns soeben über Paris befinden. Ein Blick aus dem Fenster hat bestätigt, dass wir uns zumindest über einer sehr großen Stadt befinden, die nachts leuchtet.

Mehrere Stunden später, ein paar Meter über brasilianischem Boden, ist mir ein hübsches Foto gelungen.



Sieht aus, wie eine Spielzeugstadt. Obwohl es doch eine verdammt große ist...



Am Flughafen selbst ging dann natürlich erstmal das große Warten los. Foreigners here, Brazilians there. Warten. Irgendwann hatte auch das ein Ende und mit einem abgestempelten Einreisebeleg ging es zur nächsten Station, dem Gepäckband. Ich erblickte auch gleich meine Tasche, doch meine Kraxe ließ bzw. lässt immer noch auf sich warten. Naja, hab ich gemeldet und muss jetzt warten. Auch heute konnte noch niemand sagen, wo sie denn sei. Jedenfalls musste ich mich dadurch nicht bei der Gepäckkontrolle anstellen, sondern wurde an allen vorbeigelotst. Die letzte Station war dann die Ankunftshalle. Kommt man aus der Tür, fühlt man sich erstmal wie ein Star, da dich etwa in einem Meter Abstand eine Menge Leute mustern und mit Zetteln wedeln, wo man in Versuchung kommt, seinen Stift zu suchen, um zu signieren, bis man merkt, dass die ja gar nichts von einem wollen.

Bis auf einen. Der hielt einen Zettel, auf dem UNIFEI stand, was soviel heißt wie Universidade Federal Itajubá. Da muss ich hin. Bom dia o senhor. Eu sou André. Und dann waren wir auch schon im Auto. Er konnte leider kein Englisch und ich leider kein Portugiesisch. Von daher beschränkte sich unsere Kommmunikation auf das rudimentärste. Você quer um café? Sim, prazer.

Während der Fahrt fragte ich mich desöfteren, wozu die Brasilianer Geld für Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder und Farbe für Straßenleitlinien ausgeben. Nicht dass ich wirklich Angst hatte aber wir waren unangefochten die schnellsten auf der Straße. Obwohl man dort mit 140 schon der schnellste ist. Anstatt den Linien zu folgen, bevorzugte der Fahrer lieber die Ideallinie. Anders würde man eine Kurve mit 100 auch nicht nehmen können.

Aber sonst sehr gemütlich dort. Ein Haufen alte Autos. Massenweise VW t1 Busse. Grün über grün. Berge, Sonne. Richtig idyllisch. Venha-ve! Ich werd mich die Tage aufmachen, Portugiesisch zu lernen. Wäre schade, wenn man immer mit einem verschmitzten Lächeln vor den Leuten steht. Wär auch doof, wenn mich einer nach der Uhrzeit fragt und ich aus lauter Unwissenheit in meine Tasche greife, um mein Geld vorsichtshalber an ihn loszuwerden.